Future Talk 02: «Weniger ist mehr» - ist das die Formel unserer Zeit?

Ist weniger tatsächlich mehr – und wenn ja, wie viel Verzicht macht glücklich? Die zweite Ausgabe unserer Eventreihe Polestar Future Talk widmet sich unserer Ära, in der es um weniger Verbrauch geht. Unter der Leitung von Stephan Sigrist, Zukunfts- und Trendanalyst, diskutieren am 1. Februar im Polestar Space in Zürich die Unternehmerin Esther-Mirjam de Boer und der Minimalist Alan Frei zu diesem Thema.

Weniger ist mehr – diese Idee beschreibt, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft zukünftig entwickeln könnte. Nach Jahren des wirtschaftlichen Wachstums ist ein Leben im Überfluss für uns selbstverständlich. Durch den Klimawandel, den Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen der Pandemie sehen wir uns aber nun mit knapper werdenden Ressourcen konfrontiert. Bedeutet Knappheit eine neue Normalität und ist Verzicht unumgänglich? Müssen wir bald so minimalistisch leben wie Alan Frei (40), der bloss etwa 80 Sachen besitzt? Frei ist CEO und Gründer des Erotik-Onlineshops Amorana, den er 2020 für mehrere Millionen verkaufte. Genug Geld für mehr Besitz hätte er also. Trotzdem, oder gerade deswegen, sagt er: «Je weniger ich besitze, desto freier fühle ich mich». Alan Frei hat nicht mal mehr Hausrat der Zürcher lebt seit zwei Jahren in einem Hotel. Er trinke Verveine-Tee und verbreite Lebensfreude, hiess es in einem Artikel über ihn. Zu seinem kargen persönlichen Besitz gehört eine bayrische Lederhose, die er an Oktoberfesten trägt. Daraus lässt sich schliessen, dass sein minimalistisches Leben alles andere als freudlos ist. 

Mit ihm auf dem Podium wird Esther-Mirjam de Boer (55) sitzen. Sie ist Unternehmerin, Verwaltungsrätin und Referentin - und stets interessiert am politischen und wirtschaftlichen Geschehen in der Schweiz. Vor allem seit dem Russland-Ukraine-Konflikt sei es naheliegend, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas konsequent voranzutreiben. Doch muss dies zwangsläufig mit Verzicht einhergehen, wenn wir nicht auch andere, nachhaltige Ressourcen nutzen können? «Wir sollten Forschung und Entwicklung dahingehend vorantreiben, dass auch die erforderlichen Grundstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können.», sagt Esther-Mirjam de Boer.

Als Moderator führt Stephan Sigrist durch den Abend. Er ist Zukunftsforscher, Leiter des Think Tanks W.I.R.E. und analysiert systematisch neue Entwicklungen, Trends und Technologien. Wie schon beim letzten Polestar Future Talk wird er auch diesmal für eine spannende und unterhaltsame Diskussion sorgen. Sigrist plädiert dafür, das «gesellschaftliche Immunsystem» mit langfristigen Zukunftsbildern zu aktivieren, die aufzeigen, wie Wertschöpfung trotz Einschränkungen möglich ist: «Knappheit kann eine Chance sein, unsere Innovationsfähigkeit durch Kreativität zu steigern – dadurch, dass Güter substituiert oder wiederverwertet werden müssen.» 

Sicher ist: Es wird am Polestar Future Talk 2 keine Knappheit an interessanten Ideen, pointierten Aussagen und guter Unterhaltung geben. 

«Weniger ist mehr» - ist das die Formel unserer Zeit? Polestar Future Talk 2: Mittwoch, 1. Februar 2023 um 18 Uhr im Polestar Space Zürich, Sihlstrasse 9, 8001 Zürich.

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