Pump anxiety: Warum Elektrifizierung heute wichtiger ist denn je
Angesichts weiterhin schwankender Preise für fossile Brennstoffe bieten Elektrofahrzeuge eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Lösung für die Mobilität der Zukunft.

Die wichtigsten Erkenntnisse
- Anhaltende globale Spannungen haben die Treibstoffpreise weltweit stark ansteigen lassen
- In der Folge nimmt die Nutzung von Elektrofahrzeugen in vielen wichtigen Märkten zu – darunter Europa und das Vereinigte Königreich
- Polestar CEO Michael Lohscheller spricht von einem Wandel von der bisherigen «Reichweitenangst» hin zu einer neuen «Zapfsäulen Sorge»
- Laut Lohscheller ist es an der Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und weiter in die Lade und EV Infrastruktur zu investieren
- Elektrofahrzeuge können dazu beitragen, Europa widerstandsfähiger und unabhängiger gegenüber künftigen Preisschocks bei fossilen Brennstoffen zu machen
Die Breaking News Spirale der vergangenen Wochen hat eindrücklich vor Augen geführt, wie volatil die Ölpreise sind. Die schwankenden Kosten pro Barrel werden unmittelbar an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben – spürbar an den Zapfsäulen.
Seit Ende Februar sind die Kosten für das Tanken von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor weltweit in die Höhe geschnellt.
Da eine der wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weiterhin blockiert ist – ein Korridor, über den zuvor rund 20 Millionen Barrel Rohöl pro Tag transportiert wurden –, bleiben die Treibstoffpreise auf schmerzhaft hohem Niveau.
Im Vereinigten Königreich berichtet der Automobilclub RAC, dass der durchschnittliche Preis für Benzin seit Beginn des Jahres 2026 um 19 Prozent gestiegen ist. Diesel hat die Marke von 190 Pence pro Liter überschritten und liegt damit insgesamt rund 34 Prozent höher als noch zu Jahresbeginn.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in den USA: Laut BBC liegt der Preis pro Barrel Öl weiterhin etwa 30 US Dollar über dem Niveau zu Beginn der eskalierenden globalen Spannungen. Die Folge: Benzinpreise haben erstmals seit 2022 wieder die Schwelle von vier Dollar pro Gallone überschritten.
Noch drastischer ist die Situation in Europa. France 24 berichtet von einer Rekordinflation bei importierten fossilen Brennstoffen: Seit Februar sind die Dieselpreise um mehr als 30 Prozent gestiegen.
«Was wir aktuell erleben, ist ein Wandel von dem, was früher als ‘Reichweitenangst’ bekannt war, hin zu einer neuen ‘Zapfsäulen Sorge’», erklärt Polestar CEO Michael Lohscheller.
«Europa wird einmal mehr daran erinnert, dass es bei Energie nicht nur um Versorgung geht, sondern auch um Resilienz und Sicherheit. Solange unsere Mobilität abhängig von Öl bleibt, wird diese Resilienz geschwächt und immer wieder auf die Probe gestellt», so Lohscheller weiter.

Wie Elektrofahrzeuge die Energiesicherheit stärken
Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen Monaten hat die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen deutlich zugelegt. So meldet der britische Branchenverband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) für März das bislang stärkste Ergebnis – die Zulassungen von Elektroautos lagen um 24.2 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Auch Polestar verzeichnete zum Ende des ersten Quartals 2026 die höchsten Retail Verkaufszahlen seiner Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig wuchs der Absatz von Gebrauchtfahrzeugen im Jahresvergleich um bemerkenswerte 99 Prozent. In der EU erreichten reine Elektroautos zwischen Januar und Februar 2026 einen Marktanteil von 18.8 Prozent – gegenüber 15.2 Prozent im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.
Dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend gegen hohe Ölpreise absichern wollen, ist damit kaum zu übersehen. Elektrofahrzeuge bieten die Möglichkeit, sich zumindest teilweise von Ölimporten zu lösen – etwa durch das Laden zu Hause. Besonders dann, wenn ausserhalb der Spitzenzeiten geladen wird, lassen sich deutliche Kostenvorteile gegenüber Benzin oder Diesel erzielen.
Eine aktuelle Analyse von Polestar zeigt: In den Niederlanden lagen die Betriebskosten eines Polestar 4 Long Range Single Motor rund 60 Prozent unter denen vergleichbarer Dieselmodelle. Ausschlaggebend ist der deutlich niedrigere durchschnittliche Strompreis im Vergleich zu einem Liter Diesel.
«Für EV Fahrerinnen und Fahrer sind Reichweite und Laden längst nicht mehr die Hürden, die sie früher einmal waren. Mit Polestar Charge und Polestar Energy integrieren wir das Laden nahtlos in den Alltag – einfach, zuverlässig und zugänglich», sagt Polestar CEO Michael Lohscheller.
Parallel dazu wächst auch die Ladeinfrastruktur in Europa rasant. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) hat das öffentliche Ladenetz im Jahr 2025 die Marke von einer Million Ladepunkten überschritten – mit weiter steigender Tendenz.
Besonders das ultraschnelle Laden entwickelt sich dynamisch: Ladepunkte mit 150 kW oder mehr nahmen 2024 um 60 Prozent zu. Bis 2030 strebt Europa den Ausbau auf rund 3.5 Millionen Ladepunkte an.
Und auch jenseits Europas zeigt sich dieser Trend. Trotz eines weitreichenden Rückzugs staatlicher Förderung für Elektrofahrzeuge unter der aktuellen US Regierung boomen dort vor allem die Gebrauchtwagenmärkte Gleichzeitig wächst die Zahl öffentlicher Ladepunkte in Nordamerika weiter – mit einem klaren Fokus auf kostengünstige und gut zugängliche Level 2 Lader in suburbanen Gebieten, wo private Lademöglichkeiten oft fehlen.
Dieser vorausschauende Ansatz erweitert den Zugang zur Elektromobilität und ermöglicht es immer mehr Menschen, von den geringeren Betriebskosten zu profitieren.
«Anstatt kurzfristig Benzinpreise zu deckeln, innerhalb eines Systems, das auf Knappheit und Erschöpfung basiert, ist es an der Zeit, auf das zu hören, was Fachleute seit Jahrzehnten sagen», so Lohscheller.

Wie die Elektrifizierung Europas Energiesicherheit stärkt
Neben niedrigeren Betriebskosten, dank günstigerer Ladetarife und des geringeren Wartungsaufwands durch die einfacheren elektrischen Antriebe, erhöhen Elektrofahrzeuge auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Preisschocks bei Öl und fossilen Energieträgern.
Der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien ermöglicht es, Elektroautos zunehmend sauber und klimafreundlich zu laden. Gleichzeitig eröffnen Lösungen wie private Solaranlagen die Möglichkeit, sich teilweise vom Stromnetz zu lösen – und sich so besser gegen steigende Energiepreise abzusichern.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die sogenannte Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G). Sie erlaubt es, die Batterien von Elektrofahrzeugen zur Stabilisierung des Stromnetzes einzusetzen, indem sie bei Bedarf Energie zurückspeisen – etwa in Zeiten hoher Nachfrage. In Kombination mit erneuerbaren Energien entsteht so ein wirkungsvolles Instrument, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Erdgas deutlich zu reduzieren.
«Für mich wird die Richtung mit jedem Tag klarer: Es geht längst nicht mehr nur um Autos. Es geht darum, ein System aufzubauen, auf das sich die Menschen verlassen können», sagt Polestar CEO Michael Lohscheller.
Polestars CEO ist überzeugt, dass kurzfristige steuerliche Entlastungen angesichts der stark steigenden Kosten für fossile Brennstoffe nur eine vorübergehende Wirkung haben – sie hätten «überhaupt keinen Einfluss auf das Kundenverhalten».
«Es ist an der Zeit, den Fokus auf das Wesentliche zu richten und weiterhin in eine Infrastruktur zu investieren, die Europas Energie-resilienz stärkt und mehr Menschen dabei unterstützt, sich für die Zukunft zu entscheiden», sagt Lohscheller.
«Richtig umgesetzt, macht das Europa stärker, wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger», so sein Fazit.









