Kunst für ein nachhaltiges Zeitalter

Nachhaltigkeit. Dieser Begriff hat sich von einem reinen Modewort zum wohl aufrüttelndsten Leitmotiv des modernen Zeitalters entwickelt hat. Er bezeichnet eine noch relativ neue, aber schnell wachsende Bewegung, die inzwischen als Antwort auf die sich immer stärker abzeichnende Klimakrise angesehen wird. Industrien, Individuen und Initiativen werden danach beurteilt, wie nachhaltig sie sind – und zwar in der Kunst genauso wie im Automobilsektor. Und das gilt insbesondere, wenn sie zusammenarbeiten.

Der niederländische Künstler Thijs Biersteker schafft Kunst, um aufzuklären und zu informieren. Seine aus nachhaltigen Materialien gefertigten, interaktiven Kunstinstallationen laden die Betrachterinnen und Betrachter zum Mitmachen ein. So legen Bierstekers Werke die Macht der Veränderungen buchstäblich in die Hände des Publikums und schafft gleichzeitig eine emotionale Verbindung zwischen den Kunstwerken und den Menschen. Bei seiner neuesten Installation mit dem Titel „We Harvest Wind“ („Wir ernten Wind“), die er gemeinsam mit Polestar verwirklichte, verwendete Biersteker sowohl wegweisende Verbundwerkstoffe aus Bio-Flachsfasern als auch 3-D-gedruckte, recycelte Kunststoffelemente. Für erstere wandte er sich an die Nachhaltigkeits- sowie die Forschungs- und Entwicklungsteams von Polestar und für letztere an das Rotterdamer Design- und 3-D-Druckstudio The New Raw.

The New Raw wurde von dem Architekten Panos Sakkas und seiner Kollegin Foteini Setaki gegründet und arbeitet ausschließlich mit recyceltem Kunststoff. Das innovative Studio „verwandelt Kunststoffabfälle mithilfe von Robotern“ und lässt so eines der weltweit am häufigsten verwendeten industriellen Materialien als Kunstelemente wiederauferstehen. Gleichzeitig verleiht es dem Begriff „Kunststoff“ eine völlig neue, wortwörtliche Bedeutung.

„Wir arbeiten sehr projektbezogen“, erklärt Sakkas in der einstigen Elektronikfabrik, die 2018 in den multidisziplinären Raum De Kroon (niederländisch für „die Krone“) umgebaut wurde und heute unter anderem auch The New Raw beherbergt. „Dabei spezialisieren wir uns auf besondere Einzelwerke, bei uns gibt es keine Massenware.“

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The New Raw hat es sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Lösungen zu präsentieren und gleichzeitig ästhetisch ansprechende Exponate zu schaffen. Getreu diesem Motto arbeiten an seinem Rotterdamer Standort und in seiner griechischen Werkstatt Spezialistinnen und Spezialisten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie etwa Design, Architektur, Materialwissenschaft und Werkstofftechnik mit Kunststoffen, die unter anderem aus der Bau-, Elektroschrott-, Transport- und Fischereiindustrie stammen. Die Projekte reichen dabei von temporären Hafeninstallationen bis zur Rückgewinnung von Meeresabfällen.

Biersteker ist der erste Künstler, mit dem das Designstudio zusammengearbeitet hat. Ausschlaggebend für den Erfolg des Projekts war neben dem einzigartigen Charakter der Kunstinstallation auch die geografische Nähe zu Bierstekers Atelier Woven Studio, das sich in der kleinen Stadt Zaandam nördlich von Amsterdam befindet. Der gesamte Kunstschöpfungsprozess war sehr praxisorientiert und von einer engen Zusammenarbeit geprägt.

„Bei diesem Projekt jagte eine Herausforderung die nächste“, scherzt Sakkas auf die Frage nach der Entstehung des Kunstwerks. Der 3-D-Druck jedes Flügels dauerte etwa sechs Stunden. Das lag unter anderem daran, dass Größe, Form und die geringe Dicke der Flügel zu einer gewissen Instabilität führten. Trotzdem schaffte das Team von The New Raw es, Bierstekers Design zu verwirklichen – und das Ergebnis ist ein interaktives Kunstwerk, das einerseits die Notwendigkeit zur Umstellung auf erneuerbare Energien symbolisiert und andererseits die Macht demonstriert, die jede einzelne Person hat, um diese Veränderung Realität werden zu lassen.

Noch leben wir nicht in einem nachhaltigen Zeitalter. Erst wenn Nachhaltigkeit die ganze Welt durchdringt, vom Kunstwerk bis zum Auto, erst dann können wir wahrhaft davon sprechen, in einer Ära der Nachhaltigkeit zu leben.

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A treehouse in a forest.

KOJA

Koja [kåj`a], Nomen. 1. Schwedisches Wort für „Hütte“. 2. Ein minimalistisches, aus nachhaltigen Materialien gebautes Häuschen für jene, die mit allen Sinnen in die Natur eintauchen wollen.

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