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Hinter dem Design: Nahum Escobedo im Interview

Der Polestar Precept setzt ein Statement. Er zeigt, wie sich unsere Marke in Zukunft entwickeln wird. Wir haben bereits ausführlich über die innovativen Technologien, die Materialien und das Design des Precept gesprochen. Mit der Inspiration hinter dem Design haben wir uns allerdings noch nicht befasst. Um das nachzuholen, haben wir uns mit dem Senior Exterior Designer Nahum Escobedo unterhalten.

Wir wollen schöne, aufregende Autos bauen, müssen uns aber gleichzeitig vor Augen halten, dass in der Automobilindustrie ein Wandel notwendig ist.

Was war die primäre Inspirationsquelle für das Design des Precept?

Ich habe mich schon immer sehr für Flugzeuge und Technologie interessiert. Meine Inspiration lässt sich also meistens darauf zurückführen. Ich habe mich schon zu Beginn meines Designstudiums zur skandinavischen Ästhetik hingezogen gefühlt: die Einfachheit, der Minimalismus, die Funktionalität. Und wenn Ihr Chef eine klare und aufregende Vorstellung davon hat, wie ein Produkt aussehen soll, ist das natürlich auch sehr inspirierend.


Inwieweit verkörpert der Precept die nächste Evolutionsstufe der Designsprache von Polestar?

Der Precept ist ein gutes Vorbild für zukünftige Autos von Polestar. Er steht für pure, progressive Performance und verkörpert durch und durch unsere zentralen Werte. Für Max (Missoni, Polestar Head of Design) und Thomas (Ingenlath, Polestar CEO) stand von Anfang an fest, dass wir mit dem Precept kommunizieren möchten, wofür wir als Marke stehen.


Was sind die entscheidenden Designmerkmale des Precept?

Die von der Luftfahrt inspirierten Merkmale und die Entfernung unnötiger Öffnungen, die im Automobildesign sonst so gängig sind. Der untere Teil der Türen ähnelt Flugzeugflügeln und die Rückleuchten wirken ebenfalls sehr aeronautisch. Der Precept sieht nicht nur aerodynamisch aus, er ist es auch (lacht). Im Zusammenhang mit Polestar Projekten, die noch kommen werden, habe viel mit einem Aerodynamik-Spezialisten zusammengearbeitet – und das zeigt sich natürlich im Design des Precept. Diese Kooperation hat auch maßgeblich den Fokus des Precept auf die technologischen Aspekte, etwa die SmartZone geprägt. Der visuelle Fokus lag und liegt ganz oft auf dem Kühlergrill. In der Vergangenheit ging es immer nur darum, wer den größeren Kühlergrill bauen kann (lacht). Also haben wir uns überlegt, was wir anders machen können und wie sich etwas bauen lässt, das auch cool aussieht. Das Ergebnis dieser Überlegungen war ein Übergang vom Kühlen zum Sehen: Wir haben Technologien in den Kühlergrill integriert, die die Umgebung des Autos scannen und dadurch den Fahrer unterstützen. Und last but not least sind natürlich die nachhaltigen und recycelten Materialien zu erwähnen, die sich im gesamten Precept innen und außen wiederfinden.

Wie kam es zu der Entscheidung, den Precept deutlich realitätsnaher als die meisten Konzeptautos zu gestalten?

In der Vergangenheit waren Konzeptautos notwendig, um die Grenzen von Design und Technologie zu hinterfragen und neue Denkanstöße zu geben. Da sich die Technologie heutzutage aber so schnell entwickelt, können wir viel kreativer dabei sein, innovative Visionen und Ideen zu präsentieren, die konzeptionell und realistisch zugleich sind. Die Menschen lieben Konzeptautos, auch wenn sie so ein Fahrzeug niemals auf den Straßen sehen werden. Stattdessen werden sie enttäuscht von dem, was diese Marken tatsächlich auf den Markt bringen. Wir wollten keine falschen Versprechungen machen. Deshalb haben wir uns darauf konzentriert, ein futuristisches, wunderschönes aber auch realitätsnahes Auto zu entwickeln, das man in naher Zukunft auch tatsächlich besitzen kann.  Nachhaltigkeit spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Wir bemühen uns immer, keine Materialien und Ressourcen zu verschwenden. Wir wollen schöne, aufregende Autos bauen, müssen uns aber gleichzeitig vor Augen halten, dass in der Automobilindustrie ein Wandel notwendig ist, wenn es um die Verwendung von Recyclingmaterialien geht. Und auch das gängige Design muss überdacht werden.


Welches Designmerkmal gefällt Ihnen beim Precept am besten und warum?

Das ist schwierig! Mit gefällt das Heck sehr gut. Es hat diesen technisch-aerodynamischen und minimalistischen Look. Gleichzeitig ist es futuristisch und vollständig funktional.


Kann man den Precept überhaupt als Konzeptauto bezeichnen? Wäre „Ambitionsauto“ nicht passender?

Das ist eine sehr interessante Frage. Das Wort „Ambitionen“ kann auch abschreckend wirken (lacht). Für mich ist der Precept eher ein „Visionsauto der nahen Zukunft“. Er verkörpert unsere Vision und zentralen Werte und ist dabei gar nicht so weit von der Realität entfernt. Wir wollten den Precept nie als Konzeptauto bezeichnen. Auf mich wirken Konzeptautos irreführend, wissen Sie? Ein Konzeptauto ist etwas, das vermutlich nie Realität sein wird. Eine Illusion. Der Precept hingegen setzt Maßstäbe. Er ist der Beginn von etwas Neuem.

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