Mit dem Polestar 2 zum Nordkapp – eNordkappChallenge 2021

Thomas Schmitz (65) und Sohn Tobias Schmitz (34) haben sich mit dem Polestar 2 auf eine abenteuerliche Tour zum nördlichsten über Straßen erreichbaren Punkt Europas gemacht. Im Interview sprechen wir mit ihnen über ihre Erfahrungen, über Highlights und Herausforderungen der außergewöhnlichen Langstreckenreise mit dem Polestar 2.

Polestar: Worum geht es bei der eNordkappChallenge 2021 und was war eure persönliche Motivation, daran teilzunehmen?

Thomas Schmitz: Die eNordkappChallenge hatte das Ziel zu zeigen, dass schon heute mit Elektroautos auch unter schwierigen Bedingungen längere Distanzen zurückgelegt werden können. Wir sind in 14 Tagen rund 7.000 km gefahren am Tag etwa 500 km. Dabei ist uns von eisigen Temperaturen bis zu -19 °C, langen Standzeiten an Straßensperren, starken Schneeverwehungen und dichtem Schneetreiben wirklich alles begegnet. Diese außergewöhnliche Erfahrung, mit einem Elektroauto im Winter zum Nordkapp zu fahren, hat mich besonders gereizt.   

Tobias Schmitz: Meine Motivation war das Abenteuer an sich. Ich kannte den Polestar 2 zunächst nur von meinem Vater, bis ich mir selbst einen Polestar wenige Monate vor der Tour gekauft habe. Befürchtungen, die vor so einer Reise aufkommen können, hatte ich nicht. Für mich erschien das Fahrzeug sehr sicher. Es besitzt eine unfassbar geniale Klimatisierung, weshalb ich mir auch keine Sorgen über das Fahren im Winter gemacht habe.  

 

Polestar: Über 7.000 km habt ihr während der Challenge mit dem Polestar 2 zurückgelegt. Wie bereitet man sich auf so eine Reise vor?

Thomas Schmitz: Wir haben natürlich überlegt, welche Ausstattung wir benötigen. Schneeketten, Schlafsäcke für den Fall, dass wir mal in unserem Auto übernachten müssen und Schneeschaufeln, um gegebenenfalls Ladesäulen oder das eigene Fahrzeug freischaufeln zu können. 

Tobias Schmitz: Ich wollte einfach nur losfahren und Probleme erst dann lösen, wenn sie uns begegnen. Natürlich haben wir uns vor der Tour gemeinsam Gedanken gemacht, was uns auf der Reise helfen könnte. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass sich mein Vater beispielsweise um die Ladekarten gekümmert hat.  

 

Polestar: Habt ihr euch vor der Tour Gedanken um Konkurrenz mit den anderen Teams gemacht?


Thomas Schmitz: Ich habe mich im Vorfeld intensiv mit den Fahrzeugtypen, ihren technischen Daten sowie geplanten Ladestopps beschäftigt. Mir ging es darum zu sehen, wo der Polestar im Vergleich zu Modellen anderer Hersteller steht. Gewicht und Verbrauch im Winter standen dabei natürlich im Vordergrund. Der Polestar hat unter allen Fahrzeugen im technischen Vergleich sehr gut abgeschnitten und ich war zuversichtlich, eine gute Ausgangsposition zu haben. Letztlich habe ich mit 27,5 kWh/100 km einen für diese Rahmenbedingungen niedrigen Verbrauch bei hohem Spaßfaktor erlebt. Vor allem optisch sorgte der Polestar sowieso immer wieder für Aufsehen. Auch einige Teilnehmer der Challenge zeigten starkes Interesse am Polestar 2. 

01/05

Polestar: Die Tour führte durch Deutschland, Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden. Wie schneidet Deutschland hinsichtlich der Ladeinfrastruktur ab und was können wir dazulernen? 

Thomas Schmitz: Wir konnten feststellen, dass in den nördlichen Ländern genau dasselbe Problem besteht wie in Deutschland. Es werden viele unterschiedliche Ladekarten benötigt und die Preise sind nicht transparent. Das ist gerade für Neueinsteiger eine große Barriere. Es muss eine einheitliche Lösung geschaffen werden, sonst bekommt die E-Mobilität keinen Aufschwung. Wir haben auf der Tour aber auch viele neue Impulse erhalten, wie man sich die Ladezeit vertreiben kann. Einige Teams hatten eine Espressomaschine, eine Mikrowelle und sogar ein Waffeleisen dabei. So haben wir dann während des Ladens mit dem Strom aus dem E-Auto Waffeln gebacken oder einen Espresso genossen. 

Tobias Schmitz: Ich habe sogar das Gefühl, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland besser ist. Das ist ein sehr subjektiver Eindruck, der sich vielleicht bei Betrachtung der realen Zahlen relativieren könnte. Vermutlich ist in den skandinavischen Ländern dafür die private Wallbox weiter verbreitet. 

 

Polestar: Welche Ladestrategie hattet ihr euch vorher zurechtgelegt? Lieber auf Nummer sicher gehen und viele Ladestopps einlegen oder mit wenigen Pausen ans Ziel kommen? 

Tobias Schmitz: Mein persönliches Ziel war es, die Stärken des Polestars auszunutzen und diese liegen bei der Ladekurve einfach im niedrigen Prozentbereich. Daher war es meine Strategie, an den Ladensäulen mit 15 bis 20 Prozent anzukommen, sodass wir das beste aus der Schnelladefunktion herausholen können.  

Thomas Schmitz (lacht): Da hatten wir unterschiedliche Ansätze. Je weiter wir uns dem Nordkapp näherten, desto weniger Ladesäulen standen uns zur Verfügung. Ich wollte lieber niedrige Ladestände vermeiden, um im Notfall eine Reserve zu haben. Für mich war das sichere Erreichen der übernächsten Ladesäule immer ein realer Wunsch. Am Ende haben wir einen gesunden Kompromiss gefunden. 

 

Polestar: Was waren die größten Herausforderungen, die euch auf der Reise begegnet sind?

Tobias Schmitz: Einmal sind wir aufgrund der schlechten Straßen- und Witterungsverhält-nisse in eine Straßensperrung geraten. Wir hatten eine Standzeit von sechs Stunden, mit - 15 °C Außentemperatur. Aber im Fahrzeug waren es angenehme 21 °C, wir hatten die gesamte Zeit die Sitzheizung an und konnten über das Infotainmentsystem Videos schauen. Dabei hat der Polestar gerade mal 14 Prozent des Akkus verbraucht, während die Verbrenner hinter uns ihren Motor laufen lassen mussten, damit dieser nicht auskühlt und das Auto nachher noch anspringt. Das spricht doch für Elektroautos!  

 

Polestar: Was war euer größtes Highlight?

Tobias Schmitz: Mit 90 km/h über eine vereiste Piste zu fahren und dabei nicht das Gefühl zu haben, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Im Auto zu sitzen, eine stabile Fahrspur zu halten und sich sicher zu fühlen das war für mich sehr beeindruckend. 

Thomas Schmitz: Für mich war das Treffen mit Thomas Ingenlath während unserer Rückreise eine totale Überraschung. Er hat sich über eine Stunde Zeit genommen, um mit uns über Themen zu sprechen, die ihn persönlich, Polestar und uns bewegen wie beispielsweise Projekte von Energiegenossenschaften in Deutschland. Diese Begegnung war mein persönliches Highlight als Polestarfahrer, Vorstand einer Genossenschaft sowie als Mensch. Das ist ja nicht selbstverständlich für einen CEO. 

 

Polestar: Nach zwei Wochen endete die Tour. Welches Fazit könnt ihr aus der eNordkappChallenge2021 und dem Reisen unter extremen Witterungsbedingungen mit dem Polestar 2 ziehen?

 
Tobias Schmitz: Der Polestar ist in aller Hinsicht, bis vielleicht auf das Kofferraumvolumen, sehr gut für Langstrecken geeignet. Mein Fazit: Ich bin sehr zufrieden mit dem Polestar 2. Ich hatte vor meinem Kauf auch andere Autos in der Auswahl. Eines davon konnte ich während unserer Tour auch genauer betrachten und ich habe schnell festgestellt, dass meine Entscheidung richtig war.  

Thomas Schmitz: Klar, man lernt das Auto besser kennen. Was mich begeistert hat, war, dass ich nach 500 km aus dem Auto ausstieg und trotz langem Sitzen keinerlei Beschwerden hatte. Ich bin oft gefragt worden, ob ich die Tour noch einmal machen würde. Meine Antwort lautet „Nein“, weil wir unser Ziel erreicht und bewiesen haben, dass schon heute Langstrecken mit dem E-Auto auch bei extremen Witterungsverhältnissen zurückgelegt werden können. Die Zukunft verspricht also noch besser zu werden. 


Polestar: Vielen Dank für das Gespräch!

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